RATGEBER: -Insektenstiche

Ratgeber Insektenstiche


Es gibt sehr viele verschiedene Insektenstiche. Unterschieden wird dabei zwischen den unterschiedlichen Insektenarten. Während Insekten wie Bienen oder Wespen sich mit einem Stich verteidigen, stechen Mücken, Stechfliegen oder Bremsen, um sich vom Blut anderer Lebewesen zu ernähren. Da sie hierfür ihr Mundwerkzeug benutzen, wird auch von einem Insektenbiss gesprochen. Diese sind zwar in der Regel harmlos, können jedoch schmerzhafte Hautreaktionen hervorrufen. Gefährlich werden sie erst, wenn der Mensch auf die abgesonderten Sekrete allergisch reagiert (meistens bei Bienen). In diesen Fällen ist sofort medizinische Hilfe notwendig. Ansonsten können Insektenstiche mit einfachen Hausmitteln behandelt und der Juckreiz gelindert werden.

Wichtig: Bei Insektenstichen bitte niemals kratzen, da der Körper sonst noch mehr der "sogenannten" Juckstoffe produziert. Außerdem können durch das Kratzen unangenehme Entzündungen der Wunde entstehen

Sofortmaßnahmen:
  • Herausfinden was gestochen hat
  • Stachel (wenn vorhanden) vorsichtig mit einer Pinzette herausziehen
  • Bei einem Bienen-, Wespen- oder Hornissenstich, sollte das Gift aus der Wunde herausgezogen werden
    Gift aus der Wunde ziehen:
    Mit Hilfe eines angefeuchteten Würfelzuckers, welcher Flüssigkeit aufnimmt, kann das Gift entzogen werden. Dafür legen Sie den Würfelzucker einfach auf die Wunde.

Wann ist ärztliche Hilfe notwendig:
  • Bei Schockzuständen, Blässe und Atemnot
  • Wenn es zu Schweißausbrüchen, fliegendem Puls und Erbrechen kommt
  • Bei Insektenstichen im Auge oder im Augenbereich
  • Bei Infektionen der Einstichstelle (Schmerzen und Verhärtungen)
  • Bei Insektenstichen im Mundbereich (hier droht Erstickungsgefahr)
    Wichtig: Kommt es zu Insektenstichen im Mundbereich, sollte der Betroffene sofort einen oder mehrere Eiswürfel lutschen, damit die Schwellung nicht noch größer wird und damit die Atemwege verschließen kann. Denn in diesem Fall droht eine akute Erstickungsgefahr und es sollte sofort der Notarzt gerufen werden!
 

Hilfreiche Hausmittel bei Insektenstichen

Zwiebel:

Der Zwiebelsaft wirkt desinfizierend, kühlend und beruhigend und eignet sich daher gut als erste Wundbehandlung. Dazu halbieren Sie eine Zwiebel und legen diese mit der angeschnittenen Hälfte nach unten, auf die Wunde. Nun drücken Sie die Zwiebel aus, dass der Saft austreten kann. Sie können mit der Zwiebel die Wunde auch einige Minuten lang einreiben. So verteilt sich der Saft noch besser.

Breit- oder Spitzwegerisch:

Seit je her gilt der Breit- oder Spitzwegerisch als nützliches Hausmittel. So auch bei der Behandlung von Insektenstichen, da er den Juckreiz lindert und vor Entzündungen schützt. Hierfür zerreiben Sie die Blätter (oder zerkauen diese) und legen sie anschließend auf die Wunde. So können die nützlichen Inhaltsstoffe richtig einwirken und es sollte nach kürzester Zeit Besserung eintreten.

Zitronenkompresse:

Auch der Saft der Zitrone wirkt, ähnlich wie der Zwiebelsaft, desinfizierend, kühlend un beruhigend. Daher eignet sich auch eine Zitronenkompresse für die Erstversorgung der Wunde. Dazu schneiden Sie einfach eine Scheibe von der Zitrone ab und legen diese auf die Wunde. Der Saft tritt in die Wunde ein und nach kurzer Zeit tritt schon eine Besserung ein.

Essig:

Apfelessig galt schon zu Omas Zeiten als altbewährtes Mittel bei Insektenstichen. Er wirkt nicht nur kühlend und juckreizlindernd, sondern löst auch noch das Insektengift auf. Daher eignet er sich besonders bei Stichen von Wespen oder Bienen. Unmittelbar nach dem Stich sollten Sie den Apfelessig auf die Wunde geben, damit er seine Wirkung entfalten kann. Empfehlenswert ist die mehrmalige Behandlung, da der Apfelessig auf der Haut schnell verdunstet.

Quarkkompresse:

Quark wirkt kühlend auf der Wunde und lindert die Schmerzen. Da er schnell wirkt, eignet er sich besonders für die Behandlung von Insektenstichen bei Kindern. Geben Sie den Quark auf eine Kompresse und legen dieses dann auf die Wunde. Mit einem trockenen Tuch, können sie diese dann umwickeln. Die Quarkkompresse sollte nur solange auf der Wunde verbleiben, wie der Quark feucht ist. Bitte nicht antrocknen lassen! Auch hier empfiehlt sich eine mehrmalige Anwendung.

Petersilie gegen den Juckreiz:

Um den gewünschten Effekt zu erhalten, müssen Sie die betroffene Stelle mit Petersilienblättern abreiben. Alternativ können Sie die Blätter auch zerkauen und dann auf die Wunde legen. So können sich die Wirkstoffe optimal entfalten.

Basilikumblätter:

Neben frischen Petersilienblättern können auch Basilikumblätter bei Insektenstichen helfen. Auch diese sollten ebenfalls frisch und zerrieben aufgetragen werden.

Weißkohl:

Auch Weißkohl besitzt, wenn die Blätter zerkleinert werden, eine entzündungshemmende Wirkung. Die zerkleinerten Blätter können einfach auf die Wunde gelegt werden. Dabei treten die Wirkstoffe mit dem enthaltenen Saft aus.

Lavendelöl:

Wer Lavendelöl im Haushalt hat, kann dieses ebenfalls bei der Behandlung von Insektenstichen einsetzen. Dafür sollte die Wunde mit ein paar Tropfen Öl eingerieben werden. Schon wird der Juckreiz gelindert und die rötliche Schwellung geht zurück.

Salz:

Auch Salz gilt als gutes Mittel bei der Wundversorgung. Dazu wird das Salz mit Wasser angerührt und auf die Wunde aufgetragen. Durch die Verdunstung des Wassers bleibt eine Salzkruste zurück, welche die Wunde verschließt und vor Entzündungen schützt. Gleichzeitig wird auch der Juckreiz gelindert.

Teebeutel:

Ein nasser Teebeutel kann perfekt als Umschlag für die Wunde verwendet werden. Auf Grund der enthaltenen Gerbstoffe des Tees, klingt die Schwellung ab. Der Teebeutel sollte solange auf der betroffenen Stelle verbleiben, bis Besserung eintritt.

Knoblauch:

Auch Knoblauch enthält natürliche Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend wirken und den Juckreiz lindern. Schneiden Sie dazu eine Knoblauchzehe auf und reiben die betroffene Stelle einige Minuten lang ein. Hier sollte ebenfalls nach kurzer Zeit Linderung eintreten.

Honig:

Honig ist ein echter Allrounder in der Naturmedizin und gilt bei Heilkundigen als echte Geheimwaffe. Er wirkt desinfizierend und verringert damit das Infektionsrisiko. Er kann kühlend wirken und zudem den Juckreiz lindern. Auch die Schwellungen gehen während der Behandlung mit Honig zurück. Es reicht völlig aus, die Wunde mit einer kleinen Menge Honig einzureiben. So kann er seine Wirkstoffe optimal entfalten.

Johannesbeere:

Auch die Johannesbeere gilt als uraltes Mittel zur Behandlung von Insektenstichen. Verwendet werden sollten frische, schwarze Johannesbeeren. Diese können Sie einfach zerdrücken und anschließend die Wunde mit dem Brei einreiben.

Kölnisch Wasser und Obstessig:

Wenn der Stich gekühlt werden soll, um den Juckreiz zu lindern, eignet sich auch die Verwendung von Kölnisch Wasser oder Obstessig. Diese können Sie einfach auf die Wunde auftupfen.

Aktivkohle (bei Gift):

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellt Aktivkohle dar. Diese kann in der Apotheke als Pulver erworben und zusammen mit Wasser, zu einer streichfähigen Paste zusammengemischt werden. Diese nimmt, einmal auf die Einstichstelle aufgetragen, die Gifte auf, entfernt die Schwellung und lindert den Juckreiz. Die Paste sollte im Schnitt eine halbe Stunde auf der Wunde verbleiben, um das gesamte Gift aufzunehmen.

Heilerde und Tonerde (bei schlimmeren Stichen):

Heilerde kann wahre Wunder bei der Behandlung von schlimmeren Insektenbissen vollbringen. Dazu mischen Sie die Heilerde oder Tonerde mit etwas Wasser zu einem dicken Brei an. Dieser sollte streichfähig sein und kann anschließend auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.

Kalte Umschläge:

Als Sofortmaßnahme bei schmerzhaften Insektenstichen eignen sich kalte Umschläge. Diese können zudem mit Essig oder Zwiebelsaft getränkt werden, um das Entzündungsrisiko zu verringern. Gleichzeitig wird der Juckreiz gelindert.

Natürlicher Mückenschutz in der Wohnung

Wenn Sie Ihre Wohnung Insektenfrei bekommen möchten und zum Beispiel Mücken vertreiben möchten, dann sollten Sie Zitronen mit Gewürznelken spicken und in der Wohnung verteilen. Diese Methode stellt einen natürlichen Mückenschutz dar, ganz ohne Nebenwirkungen. Außerdem empfiehlt es sich, an Fenstern die häufig geöffnet werden, Fliegenschutzgitter anzubringen. So wird die Chance, dass Insekten (z. B. Stechfliegen und Bremsen) bis in die Wohnung gelangen, stark verringert. Lüften Sie wenn möglich tagsüber und schließen mit Beginn der Dämmerung die Fenster. Dann können Sie endlich wieder insektenfrei leben.